Rega Mercury
Das Hauptentwicklungsziel des Mercury war die Schaffung eines kompromisslosen Audio-Vorverstärkers. Der Mercury wird in Handarbeit gefertigt, um dank eines extrem niedrigen Grundrauschens und eines außergewöhnlichen Dynamikumfangs das wahre Potenzial Ihrer HiFi-Anlage zu entfalten. Wie der Solis ist auch der Mercury-Vorverstärker das Ergebnis von fast vier Jahrzehnten Erfahrung von Rega in der Entwicklung von Halbleiterverstärkern.
Die Kunst der Stille
Die Details einer leisen Darbietung einzufangen, ist der Schlüssel zu einem fesselnden Klang. Ein hochwertiger, „sauberer“ Vorverstärker bewahrt all diese subtilen Details, anstatt sie mit unerwünschtem Rauschen zu überdecken. Dieser voll ausgestattete Referenz-Vorverstärker bietet dank eines leistungsstarken DACs, eines separaten Kopfhörerverstärkers und eines IPS-Farbdisplays hohe Flexibilität und Benutzerfreundlichkeit.
Hauptmerkmale
- Vollständig diskrete, symmetrische Schaltung im Kernsignalweg
- Hochleistungs-DAC mit S/PDIF- und USB-Eingängen
- Galvanisch getrennter, asynchroner USB-Eingang
- Diskreter Kopfhörerverstärker
- Vollfarbiges IPS-Display
- Benutzerdefinierte, hintergrundbeleuchtete Orbit-Fernbedienung
- Standby-Modus
Verstärkerschaltung
Der Mercury verwendet im gesamten Signalweg einen diskreten, differenziell angesteuerten, vollsymmetrischen Basisspannungsverstärker mit hoher Linearität und Bandbreite. Jede Stufe verfügt über komplementäre Class-A-Ausgangsverstärker mit hoher Strombelastbarkeit. Diese symmetrische Verstärkerschaltungstopologie liefert die notwendige Spannung und den erforderlichen Strom, um einen verzerrungsarmen Betrieb des Mercury zu gewährleisten. In den differenziellen Vierfach-Eingangsstufen kommen extrem rauscharme FET-Transistoren (Feldeffekttransistoren) von Linear Systems zum Einsatz. Diese Schaltungstopologie entspricht derjenigen der zweiten Stufe des Aura MC-Verstärkers.
Der Mercury verwendet den Lautstärkeregler Alps Blue Velvet RK27 (bekannt vom Osiris-Verstärker), der jedoch mit symmetrischen Basisstufen-Treiberverstärkern kombiniert ist. Die Hauptausgänge sind gleichstromgekoppelt, um Ausgangskopplungskondensatoren zu eliminieren. Die Schutzschaltung schützt diese Ausgänge zuverlässig vor Gleichstrom.
Rega hat die Schaltungsdesign-Leitlinien der Rega-Referenzserie und der analogen Filterstufen nach dem DAC des Saturn-CD-Players übernommen und diese Topologie mithilfe der symmetrischen Treiberstufenschaltung in Basisschaltung implementiert. Dadurch ist der Signalweg vom analogen Ausgang der DAC-ICs zum Ausgang des Vorverstärkers vollständig symmetrisch.
Stromversorgung
Der Mercury verwendet einen großzügig dimensionierten Ringkerntransformator, der ein lineares Netzteil speist. Das Netzteil ist ein diskretes, symmetrisches Tracking-Netzteil mit schnellen Dioden und einer rauscharmen Spannungsreferenz. Jede Stufe verfügt über eine eigene lokale Kapazität, ein Multiplikator-Netzteil und LED-referenzierte Stromgeneratoren für die Spannungsreferenz. Um die Aussteuerungsreserve zu maximieren, verwendet der Mercury eine höhere Versorgungsspannung als üblich, die 60 % höher ist als üblicherweise bei solchen Vorverstärkern.
Signalweg
Der Vorverstärker verwendet den Lautstärkeregler Alps Blue Velvet RK27. Die symmetrischen Ein- und Ausgänge arbeiten mit symmetrischer, diskreter Treiberschaltung in Basisschaltung. Im gesamten Signalweg kommen hochwertige Relais und Polypropylen-Kondensatoren in Audioqualität zum Einsatz.
Kopfhörerverstärker
Bei der Integration der Kopfhörerschaltung wurde größte Sorgfalt angewendet. Der Kopfhörerverstärker arbeitet wie ein Mini-Solis-Leistungsverstärker, da er dieselbe symmetrische Treiberstufe in Basisschaltung verwendet. Dank seiner hohen Spannungs- und Strombelastbarkeit kann der Kopfhörerausgang sowohl nieder- als auch hochohmige Kopfhörer problemlos ansteuern.
Digitale Eingangsschaltung
Der asynchrone USB-Eingang ist galvanisch getrennt und verfügt über eine eigene Stromversorgung. Die PCM- und DSD-Takte sowie die aus dem USB-Eingang gewonnenen Daten werden umfassend neu getaktet. Der USB-Eingang besitzt zwei hochstabile Oszillatormodule, die jitterarme Takte für professionelle und private Abtastraten liefern. Der S/PDIF-Eingang nutzt einen Wolfson-Digital-Interface-Empfänger und eine PLL, um jitterarme Daten und Takte aus den eingehenden S/PDIF-Daten zu gewinnen. Der Takt- und Datenintegrität wurde in der gesamten DAC-Eingangsschaltung sowohl im PCM- als auch im DSD-Modus höchste Aufmerksamkeit gewidmet.
Die gewonnenen PCM- und DSD-Daten speisen zwei parallelgeschaltete Wolfson-DACs, die wiederum die nachgeschalteten symmetrischen Analogfilter- und Verstärkerstufen ansteuern – wie im Abschnitt „Analogverstärker“ beschrieben. Der Analogverstärker/Filter verwendet rauscharme FET-Transistoren (Feldeffekttransistoren) von Linear Systems in der Differenzverstärker-Eingangsstufe.
Die Wolfson-DACs wurden aufgrund ihrer technischen und klanglichen Qualitäten ausgewählt. Obwohl sie schon etwas älter sind, bieten sie immer noch die beste Klangqualität. Wolfson hat sorgfältig darauf geachtet, sowohl die technische als auch die klangliche Leistung in Einklang zu bringen.
Schutz
Der Mercury verfügt über eine umfassende Schutzschaltung, die die Gleichstrom-Ausgangspegel des Haupt- und Kopfhörerausgangs überwacht. Diese Verstärkerschutzschaltung arbeitet mit der Überwachungsschaltung zusammen.
Der Mercury nutzt einen mikrocontrollerbasierten Sanftanlauf, Standby-Modus und eine Netzteilüberwachungsschaltung, um den großzügig dimensionierten Ringkerntransformator aus dem Standby-Modus hochzufahren und so den Einschaltstrom zu minimieren. Die Überwachungsschaltung steuert außerdem die Abschaltfunktion bei fehlendem Signal im Standby-Modus, um die aktuellen Eco-Anforderungen zu erfüllen.
Das Frontpanel-Display ist ein IPS-LCD-Display mit linear einstellbarer DC-Hintergrundbeleuchtung zur Rauschunterdrückung. Sanftanlauf, Netzteilüberwachungs-Mikrocontroller, Schutzschaltungen und Display verfügen über eine eigene Stromversorgung, die vom Audiosignal getrennt ist und so einen möglichst reinen Audiosignalweg gewährleistet.
Lautstärkeregelung
Der Mercury verwendet dieselbe aktive Lautstärkeregelungsschaltung mit Alps Blue Velvet RK27-Technologie wie der Osiris-Verstärker; allerdings mit symmetrischen Treiberstufen in Common-Base-Schaltung.
Symmetrisch / Unsymmetrisch
Für normale HiFi-Anlagen im Heimbereich empfiehlt Rega unsymmetrische Verbindungen, um eine optimale Klangqualität zu erzielen. Die Kernschaltungen der Mercury- und Solis-Verstärker sind unsymmetrisch. Daher ist eine zusätzliche Schaltung erforderlich, um ein symmetrisches System zu realisieren. Obwohl die symmetrischen Ein- und Ausgangsschaltungen des Mercury sehr leistungsstark sind, führen zusätzliche Schaltungen stets zu einem gewissen Rauschen/Verzerrungen im Signal.
Echte symmetrische Systeme werden häufig in professionellen Audiogeräten eingesetzt. Dies erfordert, dass alle Komponenten der Verstärkung und die Kabel als „symmetrisches System“ arbeiten. Symmetrische Verbindungen kommen zum Einsatz, wenn lange Kabelstrecken erforderlich sind, insbesondere in Studios und PA-Anlagen. Sie tragen dazu bei, unerwünschte Störgeräusche auf langen Kabelstrecken zu unterdrücken. Diese Rauschunterdrückung ist der Grund, warum symmetrische Schaltungen in professionellen Geräten verwendet werden. Symmetrische Schaltungen bieten keine grundsätzliche Verbesserung der Klangqualität gegenüber unsymmetrischen Schaltungen, wie in der HiFi-Branche mitunter angenommen wird.
Ein weiterer Vorteil symmetrischer Systeme ist die Verwendung von XLR-Steckern. Diese Stecker sind physisch größer und bieten subjektiv ein besseres Einsteckgefühl als herkömmliche Phono-/Cinch-Stecker. Dies kann oft zu einer fälschlicherweise wahrgenommenen Wertigkeit und Kontaktqualität führen, obwohl in der Praxis keine objektive Verbesserung besteht.
Die überwiegende Mehrheit der HiFi-Geräte arbeitet mit unsymmetrischer (manchmal auch Single-Ended-)Topologie.
In den meisten Fällen sind symmetrische Anschlüsse für HiFi-Geräte im Heimbereich ungeeignet. Die verbesserte Rauschunterdrückung ist nicht notwendig und wiegt die Nachteile der zusätzlichen Schaltungskomplexität nicht auf. Bei teuren Geräten werden symmetrische Anschlüsse mitunter für den Einsatz in Tonstudios oder aufgrund der Annahme, dass symmetrische Verbindungen besser seien, angeboten. Rega ist sich bewusst, dass einige seiner Produkte im Studiobereich eingesetzt werden, und hat daher symmetrische XLR-Anschlüsse mit zusätzlicher Schaltungstechnik integriert.
Geschichte und Innovation
Merkur ist der kleinste Planet unseres Sonnensystems. Der Rega Mercury hingegen ist das größte (gemessen an der Anzahl der Bauteile) und komplexeste Elektronikprodukt, das Rega je entwickelt hat. Die Ursprünge dieser Schaltung reichen bis zum ersten Rega Elicit-Verstärker um 1990 zurück. Der Mercury ist in einem speziell entworfenen, CNC-gefrästen Aluminiumgehäuse von Rega untergebracht und bietet unübertroffene Leistung, Verarbeitungsqualität und ein elegantes Design.