Schallplatten-Presse


Zunächst wird eine dünne Aluminiumscheibe mit Lack oder Kupferfolie überzogen. Im Aufnahmestudio werden mit einem beheizten Schneidstichel mit einem Diamanten die Schallwellen der Aufnahme in die Platte geritzt. Von diesem Master (auch Mutter genannt) wird im Presswerk dann ein Negativ (dieser wird auch der Vater genannt) hergestellt, das als Pressmatrize zur Herstellung der vielen LP-Kopien dient. Das Master wird gereinigt, mit Zinnchlorid und flüssigem Silber besprüht und galvanisch vernickelt. Dann kann die Metallschicht als Ganzes abgezogen werden – sie dienst als Pressmatrize. Für Vorder- und Rückseite einer LP werden entsprechend zwei Matrizen benötigt. Sie werden in die Pressform gelegt, dazwischen kommt der schwarze Presskuchen aus heißem PVC (PolyVinylCarbonat), die spätere Schallplatte. Bei 150 Grad Celsius wird der Presskuchen zusammen mit den Etiketten unter hohem Druck zur Schallplatte gepresst.

Mit einem Vater können bis maximal 10'000 Stück Schallplatten in nahezu identischer Qualität gepresst werden. Sollte die Auflage diese Anzahl übertreffen, so muss ab dieser Stückzahl mit zunehmend vermindeter Qualität gerechnet werden. Aus diesem Grunde werden hochwertige Pressungen in kleineren Auflagen Produziert, oder nach dem 10'000ten Pressvorgang der Vater ausgewechselt.

Ebenfalls unterscheidet man die Qualität der einzelnen Pressungen aufgrund des Gewichts des verwendeten Materials (Vinyl):

Für eine normale, durchschnittliche Pressung werden in der Regel ca. 110g Polyvinylcarbonat (Vinyl) verwendet. Heutzutage werden viele male aber 120 - 140g Vinyl-Pressungen hergestellt. Will man eine noch höhere Qualität erreichen, so benutzt man 180g, in einigen wenigen Fällen sogar 200g Vinyl. Sogenannte High-End Pressungen bewegen sich ausnahmslos in diesen Gewichtsklassen. Das Gewicht ist neben dem haptischen Unterschied auch ein Qualitatives Merkmal; mehr verwendetes Material macht die Schallplatte stabiler und dementsprechend auch weniger anfällig auf Verformungen und Abnutzung.

Die Spieldauer einer 12" (Zoll) Schallplatte, also eine Schallplatte mit 30cm Durchmesser, beträgt pro Seite standardmässig (bei einer Abspielgeschwindigkeit von 33 1/3 Touren) ca. 19-20 Minuten. Es gibt allerdings auch Schallplatten mit längerer Spielzeit. Durch eine erhöhung der Spielzeit müssen allerdings mit qualitativen verringerungen gerechnet werden, da sich der Abstand zwischen den einzelnen Rillen verringert und das Material dadurch weniger stabil ist. Dies ist nicht nur durch den Gebrauch mit der Zeit ein Problem, sondern erschwert auch den Pressvorgang!
Bei Pressungen mit einer höheren Abspielgeschwindigkeit (45 RPM, oder auf Deutsch: 45 Touren) legt die Nadel beim Abspielvorgang eine grössere Strecke im gleichen Zeitraum auf der Schallplatte zurück, bekommt also mehr und genauere Informationen zugespielt. Dadurch verringert sich aber auch die Gesamtspielzeit pro Seite: Eine 45-Touren Schallplatte im Format 12" kann deshalb mit einer Spielzeit von höchstens 14.5 Minuten aufweisen!

Wie gut klingt den nun eine Schallplatte?
Dies ist eine gute, aber auch eine schwierig zu beantwortende Frage, die aber sehr häufig gestellt wird. - Schwierig deshalb, weil verschiedene Faktoren für einen "guten" Klang verantwortlich sind!

Im Prinzip kann eine Schallplatte sehr gut klingen, sogar besser als CD, SACD und die meisten (ja, auch HD) gestreamten Audio-Formate. Der Punkt ist aber: kann, muss aber nicht.

Der Grund für diese, etwas vorsichtige Formulierung ist, dass nicht jede Aufnahme von Grund auf qualitativ den technischen Möglichkeiten einer Schallplatte entspricht (übrigens ist das bei allen Formaten das Problem, ob analog oder digital). Das bedeutet, selbst wenn die LP in höchster Qualität gepresst wurde - wenn die Aufnahme nicht von Beginn an optimal produziert wurde, nützt alles nichts. Nehmen wir aber mal an, die Aufnahme ist Qualitativ extrem hochwertig und die Mischung im Studio war ebenfalls optimal: dann kommt das Presswerk und der Entscheid, in welcher Qualitätsstufe die Schallplatte gepresst wurde (Gewicht, Produktion der Pressmatrize, Rillenabstand) und... nicht zuletzt die benutzte Hardware (Plattenspieler, Phono-Entzerrer, Verstärker, Lautsprecher, Kabel usw.) zum Zuge. Stimmt dies alles - dann ja, eine Schallplatte klingt sensationell.

Aber nicht verzagen - egal wie die Diskussion, ob diese oder jene Schallplatte nun exzellent klingt oder nicht, zwei Dinge kann man der Schallplatte nie absprechen: Eine Schallplatte ist analog - unser Gehör auch! Aus diesem Grunde ist eine Schallplatte näher an den menschlichen Hörgewohnheiten als die digitalen Medien. Allgemein wird eine LP als wärmer im Klang empfunden, als dies andere aktuelle Formate sind. Auch sind neue Produktionen in der Regel auch besser produziert als dies bei den meisten Ausgaben aus den 80er und 90er Jahren der Fall war. In diesen Jahren wurde mehr auf Quantität und weniger auf Qualität gesetzt. Aus diesem Grund lohnt es sich immer, sich eine Schallplatte zu kaufen. Und zweitens ist das Cover grösser und eindrücklicher, bzw. das Gefühl überwiegt, wirklich etwas in der Hand zu halten...

In unserem Online-Shop finden Sie eine grosse Auswahl von LPs. Auch in unserem Geschäft in Brugg bieten wir Schallplatten an.

Für die HiFi-Freaks haben wir im Shop auch eine Auswahl von exzellenten und/oder besonders empfehlenswerten Aufnahmen zusammengestellt. Diese finden Sie unter der Kategorie audiophile CD und LP


Quelle: Müller + Spring AG/mm