FAQ: Wie kann ich die Raumakustik verbessern?

Raumakustik verbessern

Der anspruchsvolle Musik hörer legt grossen Wert auf gute Elektronik und gut ausbalancierte Lautsprecher, welche eine möglichst originalgetreue Wiedergabe der geliebten Audio-Dateien ermöglicht. Dabei spielt es keine Rolle, ob als Quelle ein analoger Plattenspieler, CDs und SACDs oder hochauflösende Audiofiles von einem Server gespielt werden. Das Ziel ist und bleibt das selbe: ein möglichst authentischer Klang ist das Ziel, der das Herz jedes audiophilen Hörers höher schlagen lassen.

Wenn von der Wiedergabe-Seite nun alles wohlgesonnen ausgesucht und zusammengestellt worden ist und die Anlage im Wohnzimmer optimal platziert wurde, beginnt ein weiteres akustisches Element sich in das Klangbild einzumischen: Der Raumklang!

Der Raum und sein Einfluss auf den Klang

Der Hörraum hat einen nicht unwesentlichen Einfluss auf den Klang. Prinzipiell kann man davon ausgehen, dass die meisten Räume für ein optimales Wohnen, nicht aber für einen optimalen Klang entworfen und gebaut wurden. Einen grossen Einfluss hat die Raumgrösse (Flächenmässiges Verhältnis und Volumen): vier Wände oder auf einer oder mehreren Seiten offen und mit anderen Räumen verbunden. Nach oben offene Gestaltung (z.B. über mehrere Stockwerke).

Selbstverständlich spielen die verwendete Verstärkerleistung und (oder eigentlich vorallem) die Lautsprecherkonstruktion eine Rolle. Ein eher kleinerer Standlautsprecher ist für ein durchschnittliche Raumgrösse und Volumen (ca. 20 – 30 m2 ausgelegt, Raumhöhe von 2 bei 2,5 Meter). Setzt man einen solchen Lautsprecher in einem Raum mit 50 und mehr m2 ein, verliert man schnell an Bass und Klangvolumen. Doch Vorsicht: Ausnahmen gibt es immer. Dies ist tatsächlich von der Lautsprecherkonstruktion abhängig und kann somit nicht auf alle Modelle übertragen werden!

Ein moderner Wohnraum mit Beton-Wänden und grosser Fensterfront

Modernes Wohnen ist elegant, spärlich eingerichtet – die grosse Fensterfront erlaubt einen schönen Blick auf die Umgebung und die Beton-Wände geben einen modern-industriellen Eindruck. Eine modernes Wohnzimmer, wie es zu tausenden vorkommt. Die Möbel aus Metall und der Hartholz-Esstisch passen da perfekt rein – ein Teppich würde das Bild zerstören.

Sieht toll aus – ist aber ein akustischer Albtraum.

Der akustische Spiegel

Harte und vorallem glatte Oberflächen reflektieren den Schwallwellen wie ein Spiegel. Dabei gilt die Regel: Einfallswinkel gleich Ausfallswinkel

akustische ReflektionDa von glatten Oberflächen nichts oder nur ganz wenig absorbiert wird, reflektiert sich der Klang und wird wieder zurückgeschickt. Der Vergleich mit einem Spiegel ist also nicht so ganz falsch. Wie stark diese Reflektionen sind kann man ganz einfach herausfinden. Stehen Sie in die Mitte des Raums und klatschen Sie einmal kräftig in die Hände. Kein Echo bedeutet, dass sich nur wenige reflektierende Objekte im Raum befinden. Je stärker das Echo, umso mehr wird ungebremst zurückgeworfen.

Reflektion mit abworbierender Wirkung

Weiche Oberflächen haben eine absorbierende Wirkung und reflektieren eine abgeschwächte Version des auftreffenden Schalls. Weichere und poröse Oberflächen verlieren die reflektierende Wirkung – das Echo vermindert sich und der Klang wird wärmer und angenehmer. Meist genügen einzelne Objekte im Raum verteilt, die eine solche absorbierende Wirkung haben. Das Klangbild verändert sich sofort und das Musik hören wie auch eine unterhaltung zu führen wird auf der Stelle angenehmer. Hohe frequenzen schwächen sich ein wenig ab und das Bassverhalten wird merklich besser.

Oberfläche mit diffuser Wirkung

Unregelmässige und weiche Oberflächen haben eine sogenannte Diffuser-Wirkung. Der klang wird nur wenig absorbiert (verschluckt) und verteilt sich im Raum. Somit ist der Echo-Effekt massiv vermindert und der Klang kann sich besser im Raum verbreiten. Natürliches Holz eignet sich für eine optimale Wirkung perfekt. Die Oberfläche ist nicht glatt, sondern porös und hat somit eine absorbierende Wirkung. Durch die Jahresringe wechseln sich härtere und weichere Bereiche ab und haben somit eine unterschiedlich intensive Reflektion zur Folge. Handelt es sich nicht um eine einfache Bretterwand sondern um ein Gebilde mit unterschiedlichen, sich abwechselnden Flächen und Kanten, verstärkt sich die Wirkung noch um ein Vielfaches. Und nebenbei: Die obengennte Regel Einfallswinkel gleich Ausfallswinkel hebt sich nicht auf – durch die lebendige und ungleichmässige Verteilung der Jahresringe verändert sich die Wirkung der Reflektion, der Grad der Absorbierung und des Ausfallswinkels pro Centimeter einige male.

FAZIT: Einige Objekte im Raum verteilt, die den Klang positiv beeinflussen lösen in der Regel das Problem

Ein spärlich eingerichteter Raum und viele glatte Oberflächen verursachen das Problem – Ein paar Einrichtungs-Gegenstände mit weichen und nicht glatten Oberflächen lösen es. So kann eine grosse Fensterfront als Verursacher mit einem leichten Vorhang abgedeckt werden um eine grosse, positive Wirkung zu erzielen. Ein Ölbild, ein eleganter Wandteppich, oder eine Skulptur im Raum platziert können oft eine unglaubliche Wirkung erzielen. Übrigens: Auch Zimmerpflanzen beeinflussen den Klang und helfen, die Akustik zu verbessern.

Design & Klang – Wanddekor und Klangelemente aus Holz

Design und Klang - Nick SchwadeNick Schwade, ein im Aargau lebender Künstler hat dieses Problem erkannt und stellt Klangelemente aus Holz her. Diese in aufwändiger Handarbeit hergestellten Module können wie ein Bild aufgehängt werden, sehen toll und modern aus und haben nebenbei einen akustisch wertvollen nebeneffekt: Die Elemente werden aus natürlichem Holz gefertigt, mit Acryl-Farben oder Holz-Lasur behandelt und machen sich die oben genannten Erkenntnisse zu nutze.

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